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Einfach erklärt: Basalinsulin

Basalinsulin kann bei der Behandlung von Diabetes zum Einsatz kommen. Was es mit dieser Insulinart auf sich hat und wann der Körper es braucht, erfährst du hier.

Was ist Basalinsulin?

Insulin ist ein körpereigenes Stoffwechselhormon, das blutzuckersenkend wirkt. Dein Körper braucht es jedoch nicht nur nach dem Essen, um die aufgenommene Glucose, also Zucker, aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Auch im nüchternen Zustand ist Blut zuckerhaltig, und die Bauchspeicheldrüse schüttet immer wieder kleine Mengen Insulin aus, um den Zuckergehalt zu regulieren.

Wie ist das bei dir?

Weißt du, was Basalinsulin ist?

Stimmen
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Ja, das weiß ich.
Nein, davon habe ich noch nie gehört.

Weißt du, was Basalinsulin ist?

Bei einem fortgeschrittenen Diabetes kommt es zur Unterversorgung mit körpereigenem Insulin, was die Zugabe von pharmazeutisch hergestelltem Insulin nötig machen kann. Eine dieser Insulinarten ist Basalinsulin. Das Wort „basal“ leitet sich von „Basis“ ab und bedeutet „grundlegend“ oder „elementar“, denn Basalinsulin deckt den Grundbedarf des Körpers unabhängig von Mahlzeiten ab. In der Regel ist der Grundbedarf an Insulin morgens am höchsten, doch auch tagsüber muss der Blutzucker zwischen Mahlzeiten stabil bleiben.

Wie wirkt Basalinsulin?

Herkömmliche Basalinsuline der 2. Generation zeigen mit einer Wirkungsdauer über 24 Stunden ein flaches und stabiles Wirkprofil. Sie wirken also nicht abrupt, sondern kontinuierlich. Deshalb heißen sie auch Langzeit- oder langwirksame Insuline und werden in der Regel nur einmal pro Tag verabreicht. Demgegenüber stehen Bolus- oder Kurzzeitinsuline, die normalerweise mehrmals täglich gespritzt werden. Sie federn den Blutzuckeranstieg kurzfristiger ab, zum Beispiel nach einer Mahlzeit. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Wirkweise von körpereigenem und pharmazeutisch hergestelltem Insulin.

Wann und wie werden Langzeitinsuline eingesetzt?

Langsam wirkende Insuline kommen bei verschiedenen Insulintherapien zum Einsatz. Dazu zählen die:

  • basalunterstützte orale Therapie (BOT). Sie ist eine Kombination aus zuckersenkenden Medikamenten, die du in Tablettenform einnimmst, und Basalinsulin, das ergänzend gespritzt wird.
  • basalunterstütze Inkretintherapie (BIT). Bei dieser Behandlungsform wird Basalinsulin mit einem GLP-1 Rezeptoragonisten kombiniert. GLP-1 ist ein Hormon, das die körpereigene Produktion und Freisetzung von Insulin in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse anregt.
  • intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT), bei der du Basalinsulin spritzt und zusätzlich kurzwirksames Insulin zu den Mahlzeiten verabreichst.

Während sich die basalunterstützte orale und die Inkretintherapie nur an Menschen mit Typ 2 Diabetes richten, kann die ICT zur Behandlung von Typ 1 und Typ 2 Diabetes eingesetzt werden.

Wichtig: Bei Typ 2 Diabetes entscheiden mehrere Faktoren über den richtigen Zeitpunkt zum Start einer Insulintherapie.

Was ist bei der Behandlung mit herkömmlichen Basalinsulinen zu beachten?

Zu Beginn der Therapie mit einem herkömmlichen Basalinsulin kannst du den Zeitpunkt der Verabreichung so wählen, wie es zu deinem Tagesrhythmus passt. Die Injektion erfolgt bei herkömmlichen Insulinpräparaten einmal täglich mit einem Insulinpen in den Oberschenkel. Du kannst aber auch den Bauch oder den Oberarm nehmen – wichtig ist, dass du ins Unterhautfettgewebe spritzt. Dort befinden sich winzige Blutgefäße (Kapillaren), über die das Insulin einfach in den Blutkreislauf gelangen und seine Wirkung optimal entfalten kann. Damit du nicht immer in dieselbe Stelle stichst, folgst du einem bestimmten Muster und spritzt jeden Tag versetzt. Als Erinnerung kannst du einen Spritzkalender oder digitale Helfer wie Apps nutzen.

Du wirst sehen, dass die Insulingabe schnell zur Routine wird – genau wie Zähneputzen. Solltest du die Injektion vergessen haben, wende dich umgehend an deinen Arzt oder deine Ärztin.

Langwirksame Insuline der Zukunft

Bis vor etwa 20 Jahren war die Wirkdauer von Basalinsulin so kurz, dass zwei Injektionen pro Tag nötig waren. Das konnte eine Überlappung der Wirkung zur Folge haben – mit anschließender, potenziell gefährlicher Unterzuckerung. Herkömmliche Basalinsuline müssen heute nur noch einmal täglich gespritzt werden. Das Insulinmolekül wurde dafür so verändert, dass das Insulin nach der Injektion ein flaches und stabiles Wirkprofil zeigt. Nun arbeitet die Forschung an Basalinsulinen, die noch seltener gespritzt werden müssen. Das könnte die Einhaltung der Therapieziele und den Alltag mit Diabetes zusätzlich vereinfachen.

Nicht nur die Insulintherapie, auch andere Behandlungsformen entwickeln sich immer weiter, damit Menschen mit Diabetes ein gutes Leben führen können. Wirf dazu auch einen Blick in die gegenwärtige Forschung zu Diabetes.

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